Leben
1912 konvertierte er zum Protestantismus. Von 1905-1912 lebte er als freier Publizist in Berlin. Das Gymnasium verließ er zunächst ohne Abschluss um auf Drängen seiner Eltern eine kaufmännische Lehre zu absolvieren.Klemperer, Vetter des Dirigenten und Komponisten Otto Klemperer, wurde als achtes Kind eines Rabbiners geboren. 1902 holte er das Abitur nach und studierte dann Philosophie, Romanistik und Germanistik in München, Genf, Paris und Berlin. Die Promotion erlangte er 1912, 1914 dann die Habilitation. 1914–1915 arbeitete Klemperer als Lektor an der Universität Neapel und meldete sich anschließend als Kriegsfreiwilliger. Zuerst war er als Artillerist an der Front eingesetzt, später bei der Militärzensur als Buchprüfer in Kowno und Leipzig tätig. 1920 wurde er als Professor für Romanistik an die Technische Hochschule Dresden berufen.
Während der Kriegsjahre legte er mit seinen Tagebuchaufzeichnungen die Grundlage für seine geplante Abhandlung zur Sprache des Drittes Reiches, der LTI. Um so intensiver widmete er sich darum seinen Tagebüchern und begann 1938 die Arbeit an seiner Vita. Als dann Juden auch der Zugang zu Bibliotheken und das Abonnieren von Zeitungen und Zeitschrift verboten wurde, waren ihm die Hände gebunden und er musste diese wissenschaftliche Arbeit endgültig einstellen.1935 wurde Klemperer auf Grund des Gesetzes zur wiederherstellung des Berufsbeamtentums entpflichtet und aus seiner Professur an der TH Dresden entlassen. Er konzentrierte sich daraufhin auf die im Juli 1933 begonnene Arbeit zur „Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert“, die in zwei Bänden 1954 und 1960 erschien. Diese Tagebuchnotizen führte Klemperer als lose Blattsammlung, die er in regelmäßigen Abständen durch seine Frau Eva bei einer Freundin verstecken ließ, da eine Entdeckung durch die Gestapo bei den permanent drohenden Haussuchungen fatale Folgen gehabt hätte.
auf den 14. Während der Luftangriffe in der Nacht vom 13.Nachdem er 1940 aus seinem erst 1934 bezogenen Haus in Dresden-Dölzschen vertrieben wurde, lebten er und seine Frau Eva in verschiedenen JudenHäusern in Dresden. februar 1945 wurde das Paar kurz getrennt und entschloss sich das in der Stadt herrschende Chaos zu nutzen um der drohenden Deportation zu entgehen. Damit begann eine zermürbende Flucht durch die letzten Kriegsmonate.
Monate zwischen den Zeiten, welche für Klemperer weitere Unsicherheiten bezüglich seiner beruflichen Zukunft beInhalteten, nutzte er zur Niederschrift seines Buches LTI, der lingua tertii imperii (Sprache des Dritten Reiches), das 1947 erschien.Nach dem Krieg kehrten die Klemperers im Juni 1945 aus Bayern nach Dresden und schließlich in ihr Haus in Dölzschen zurück.
Eva und Victor Klemperer traten nach kurzer Überlegung der KPD bei und zählten somit im weitesten Sinne zur politischen Elite in Dresden.Eine Übersiedlung in die Westzonen lag ihm gefühlsmäßig fern, da er lieber mit den "Roten" als mit den "alten Braunen" seine restliche Lebenszeit verbringen wollte. Von 1947 bis 1960 war Klemperer an den Universitäten Greifswald, Halle und Berlin tätig. 1950 wurde er Abgeordneter des kulturbundes der Volkskammer der DDR und war im Bildungswesen aktiv - natürlich auch mit dem Fokus der französischen Sprache die rechtmäßige Stellung bei der Sowjetisierung der SBZ einzuräumen.
Seine Grabstelle befindet sich auf dem friedhof in Dresden-Dölzschen.1995 erhielt Victor Klemperer postum den Geschwister-Scholl-Preis.
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